
„In der Bahnhofshalle merkte er, daß noch 30 Minuten Zeit waren. Er erinnerte sich plötzlich, daß es in einem Café in der Calle Brasil (wenige Schritte vom Haus Irigoyens entfernt) einen riesigen Kater gab, der sich wie eine Gottheit verächtlich von den Leuten liebkosen ließ. Er ging hinein. Da lag der Kater, schlafend. Er bestellte eine Tasse Kaffee, süßte sie langsam, kostete (dieser Genuss war ihm in der Klinik untersagt gewesen) und dachte, während er das schwarze Fell streichelte, daß diese Berührung illusorisch und daß sie wie durch eine Glaswand voneinander getrennt waren; denn der Mensch lebt in der Zeit, in der Sukzession, und das magische Tier in der Gegenwart, in der Ewigkeit des Augenblicks.“ Jorge Luis Borges
2 Kommentare:
dieser eintrag ist susanne v.e. gewidmet
und ja, ich reagiere emotional auf tierbilder und fühle das verlangen, in reaktion auf bens eintrag dem gedenken an unsere geliebte katze ein bild zu geben
die zugehörige, besondere geschichte aus dem band "fiktionen" lese ich gern jedem der daran interesse bekundet vor - auch am telefon
Suse schmunzelte und freute sich sowohl über das raubtier als auch über den Text des feinen Autors...
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