Dienstag, 10. Mai 2011



Unsere unendliche Freiheit liegt in der Möglichkeit, eine Wahl zu treffen.
Die zu ihr gehörende unumgängliche Unfreiheit liegt in der Möglichkeit,
dass wir dieser Wahl nicht zu entsprechen vermögen.


10 Kommentare:

antschii hat gesagt…

von wem ist das?

(das wort für meine sicherheitsabfrage zu meinem kommentar lautet "bessessn", man(ich) kann(mich) sich also leicht dazu hinreissen lassen "besessen" zu lesen(von was), ganz nach dem, was man gewillt (oder nicht gewillt) ist hinein zu projizieren... also in dein zitat, ich nehme doch mal an, dass es eines ist, projiziere ich ein unvermögen hinein, dass ich nicht akzeptieren möchte oder will, weil es mir schlicht zu destruktiv erscheint,auch wenn es wahr ist- und nun???)

Suse hat gesagt…

Ja, wer ist denn nun der rätselhafte Urherber dieser Ansicht? Mir gefällt seine (Un)Freiheitsvorstellung überhaupt nicht...Mein Bauch grummelt ein dickes Veto - warum verrät er erst wenn er weiß gegen wen er hier kämpft...

Christian hat gesagt…

für mich handelt der ausspruch in allen seinen teilen von freiheit. beginnen mit der, auf die wir uns scheinbar einigen können. wenn man dabei jedoch meint, man könnte sich per entschluss eine freiheit oder situation schaffen, die bestand hat, dann finde ich das zweifelhaft. ich finde es sogar beklemmend, oder - wenn man so will - unfrei machend, wenn man sich der vorstellung hingibt, man könne im vorgang des wählens, die entwicklung der wirkung dieser wahl mit einschließen. insofern muss man sich die möglichkeit - und es ist eine möglichkeit und keine notwendigkeit - zugestehen, der eigenen wahl nicht zu entsprechen. weil dies wege öffnet, die in einem dogmatischen entschluss-denken oder in einem etwas naiven freiheitsverständnis schlicht verschlossen bleiben und also wiederum unfrei machen.

die angesprochene unfreiheit ist insofern unumgänglich, als man sie nicht ausschließen kann und dies auch nicht versuchen sollte. denn warum sollte unsere freiheit eine wahl zu treffen enden, wenn wir uns mit einer vergangenen wahl konfrontiert sehen? insofern lese ich den ausspruch als einen beweglichkeit ermöglichenden und unabgeschlossenheit zulassenden kommentar und nicht als destruktiven oder pessimistischen blick auf die dinge. und deswegen hat er sich auch nie gegen irgendetwas und schon garnicht gegen irgendwen gerichtet.

ich hoffe eigentlich, eure vorbehalte gegen die drei zeilen sind damit nicht aufgelöst. denn ich würde gern ihre motivation verstehen.

von wem die zeilen auf unserem blog sind, steht von anfang an dabei.

Suse hat gesagt…

Die Zeilen habe ich weder als pessimistisch noch feindlich aufgefasst. Nur:

Freiheit ist ein großes Wort hinter dem sich so viele Gedanken verbergen können, dass es wahrscheinlich erscheint, hin und wieder von der eigenen Bedeutungswahl enttäuscht zu sein. Wenn sie mit einem Attribut wie unendlich oder ihre Gegenspielerin mit unumgänglich geschmückt wird, dann wird sie in meinen Augen zu einer Form versklavendem Heilsversprechen. Insofern erscheint die Aussage in sich stimmig aber mir nicht richtig.


Aber wäre die Idee ein paar Nummern kleiner nicht wesentlich spannender? So etwas wie z.B. Freiheit als Verhältnis zu etwas, Freiheit als Ideal oder Freiheit als Gefühl etc.

Es ist kein Geheimnis, dass die Umsetzung meines Willens selten die Absicht dahinter eins zu eins umsetzt. Die Welt und ich -das ergibt viele Zufälle und Einfälle.

Ich habe die Freiheit, den Erwartungen aus dieser Welt nicht zu entsprechen. Wenn ich meinen eigenen Erwartungen nicht entspreche, habe ich verschiedene Möglichkeiten mit dieser Enttäuschung umzugehen. Es ist ja nicht die Wahl an sich, die die Anforderungen stellt, sondern meine Beziehung zu ihr und diese kann ich dank der Bewegungsfreiheit meines Denkens selbstgestalten.

Die Ergänzung zur Unabgeschlossenheit der Betrachtung war wichtig und ich stimme hier in großen Teilen überein.

Christian hat gesagt…

für mich handelt der ausspruch in allen seinen teilen von freiheit. beginnen mit der, auf die wir uns scheinbar einigen können. wenn man dabei jedoch meint, man könnte sich per entschluss eine freiheit oder situation schaffen, die bestand hat, dann finde ich das zweifelhaft. ich finde es sogar beklemmend, oder - wenn man so will - unfrei machend, wenn man sich der vorstellung hingibt, man könne im vorgang des wählens, die entwicklung der wirkung dieser wahl mit einschließen. insofern muss man sich die möglichkeit - und es ist eine möglichkeit und keine notwendigkeit - zugestehen, der eigenen wahl nicht zu entsprechen. weil dies wege öffnet, die in einem dogmatischen entschluss-denken oder in einem etwas naiven freiheitsverständnis schlicht verschlossen bleiben und also wiederum unfrei machen.

die angesprochene unfreiheit ist insofern unumgänglich, als man sie nicht ausschließen kann und dies auch nicht versuchen sollte. denn warum sollte unsere freiheit eine wahl zu treffen enden, wenn wir uns mit einer vergangenen wahl konfrontiert sehen? insofern lese ich den ausspruch als einen beweglichkeit ermöglichenden und unabgeschlossenheit zulassenden kommentar und nicht als destruktiven oder pessimistischen blick auf die dinge. und deswegen hat er sich auch nie gegen irgendetwas und schon garnicht gegen irgendwen gerichtet.

ich hoffe eigentlich, eure vorbehalte gegen die drei zeilen sind damit nicht aufgelöst. denn ich würde gern ihre motivation verstehen.

von wem die zeilen auf unserem blog sind, steht schon immer dabei.

Christian hat gesagt…

sowas blödes, jetzt zerhaut uns blogger hier unsere kommentare. ich habe natürlich immer alles dreifach gesichert. aber den letzten kommentar, konnte ich nicht mehr lesen. gibt es den nochmal?

Suse hat gesagt…

Oh man, ich bin das Hauptopfer des Bloggerunfalles. Ich versuche kurz meinen bereits geschriebenen Krempel zu den Zeilen nochmal zusammenzufassen:

Vielleicht sollte ich Dich zuerst fragen - ob diese Gedanken aus der Theorie oder aus einem direkten Gefühl entstanden?

So oder so:

Mir gefällt die Verwendung der Superlativen nicht. Ich kann mit einem so großen Wort wie Freiheit nur etwas anfangen, wenn man es in Relation zu etwas stellt. Ne Nummer kleiner bzw. konkreter wäre mir persönlich lieber gewesen. Feindlich oder pessimistisch finde ich die Zeilen allerdings gar nicht.

Ich sehe Freiheit nie als eigenständige Größe. In den Zeilen erscheint sie mir jedoch wie ein versklavendes Heilsversprechen.

Die Welt ist voll von Zu- und Einfällen und ich als Gemütswesen bin auch keine Konstante, daher ist es doch ganz natürlich, dass fast keine meiner vermeintlichen Entscheidungen zu einem Ergebnis führt, welches mich zufrieden stellt. Ich stimme also bei der Ergänzung über die zeitliche Veränderung überein.

Die Welt besitzt das Recht, mich zu enttäuschen. Meine selbst getroffene Wahl ist aber doch kein autarkes Subjekt, was sich über mich erheben kann. Nur die eigenen Erwartungen und Einstellungen zu meinen Handlungen und Beschlüßen können mich hin und wieder in Bedrängnis bringen. In diesen Momenten ist aber doch meine Geistesfreiheit immer noch groß genug, mich an die konkrete Situation als Teilergebnis meiner Wahl zu gewöhnen bzw. sie erneut zu modifizieren.

Christian hat gesagt…

versklavendes heilsversprechen - das wäre mir dazu nicht eingefallen. ich habe aber eine idee wo auch und gerade eine solche formulierung herkommt. ich vermute nämlich, dass ein hauptpunkt eures spontanen nicht-einverstandenseins darin zu finden ist, dass unfreiheit in direkte verbindung zu dem eigenen selbst gestellt wird.

was passt nicht zu freiheit? versklavt sein. und warum nicht? weil man wenn man von einem autonomen subjekt ausgeht!? aber genau dann hat man die freiheit doch schon auf den sockel erhoben - der man selber ist. (was in anderen freiheit-diskussionen ohne frage notwendig ist.) und man vermeidet es tunlichst, an diesem zu rütteln. eben das unterstelle ich euch mal - das ihr keine lust habt, euch als kategorie im hinblick auf freiheit zu befragen bzw. nicht wollt, dass euer wille oder eure begehren aus sich heraus (ganz ohne einen fremden sklavenhalter) an konsistenz verlieren. liege ich damit so falsch?

und das ist, wenn du nochmal nachließt, auch der tonfall in dem dein letztes statement geschrieben ist. dass die welt das recht besitzt, uns zu enttäuschen ist ohnehin klar. meine frage wäre eher gewesen, inwiefern wir uns das recht zugestehen, uns zu enttäuschen. und natürlich erheben sich unsere entscheidungen in ihren wirkungen (!) über uns selbst. das ist ja eben auch ein punkt, an welchem es interessant wird, über freiheit zu sprechen.

und deshalb bin ich der meinung, dass wir in der entwicklung solcher situationen unfrei sind. wenn sie dann vor uns stehen nicht mehr. es ist im sinne unserer psychologischen ökologie notwendig - gerade im täglichen leben - unfrei zu sein. wo kommen wir denn da hin. wenn ich also schreibe, dass wir nicht die freiheit haben unserer wahl immer zu entsprechen, dann ist das die schilderung eines prozesses, die dazu beitragen will freiheit nicht als heilsversprechen misszuverstehen.

Suse hat gesagt…

Tja, ich für meinen Teil bin nun etwas sprachlos darüber wie Du dieser Kritik begegnest. Ich mag es auch nicht besonders wenn mir Inhalte unterstellt werden, die meine Aussagen so gar nicht enthalten. Du unterstellst z.B. meinem Identitätsverständnis eine Statik, die es in keinster Weise aufweist. Das ist, euphemistisch ausgedrückt, extrem unhöflich.

Ich habe mir die Mühe gemacht, deine Zeilen zu verstehen und bin zu dem Entschluß gekommen, dass sie mich persönlich nicht überzeugen. Das passiert nun mal (jeder erlebt das zwischendurch). Deine Ergänzungen haben mir das Verständnis auch nicht erleichtert. Jetzt gerade habe ich keine Lust mehr weiter inhaltlich darüber zu diskutieren, da Du anscheinend nicht gewillt bist, dich auf meine Kritik einzulassen.

Vielleicht liest du sie noch einmal und stellst dann fest, dass das ein oder andere was du in deinem letzten Kommentar verkündest, in meinem bereits erhalten ist.

Ich finde es schade, dass es heute nicht gelang, leidenschaftlich Inhalte zu diskutieren ohne persönlich zu werden und wenn mir jemand unterstellt, vermeintlich unbequemen Seiten des Denkens auszuweichen, nehme ich das sehr persönlich.

antschii hat gesagt…

Ich würde zunächst bemerken wollen, dass Du, lieber Christian, nicht immer deine „Quellen“ auf dem blog angibst, will sagen, dass Du durchaus schon Zeilen von „Anderen“ auf dem blog veröffentlicht hast, ohne den eigentlichen Verfasser anzugeben.
Daher ist die Frage nach dem Verfasser in meinen Augen gerechtfertigt!

Ich fühle mich offen gesagt nicht genügend „animiert“, einen Diskurs über Freiheit mit Dir zu führen, weil Dein Satz es nicht „her gibt“ und auch wegen Kommentare wie dieser: “das ihr keine lust habt, euch als kategorie im hinblick auf freiheit zu befragen ...“