Dieses Gähnen hinter meinen Händen. Sie sieht es ohne den Moment zu überspringen. Ich verlängere ihn ihretwegen, reibe mir die Augen. Damit gehen wir eine Abmachung ein, sind an einem anderen Ort als die Menschen um uns herum. – noch nicht
Inmitten des vaganten Publikums wirkt sie unscheinbar. Mit dem hellen Trenchcoat, der ähnlich hellen Hose und dem mittelbraunen Haar bleibt ihr nur ihr Gesicht. Das Gesicht hinter den hochgesteckten Haaren und die Augen, in die ich schaue in diesem Moment der Angreifbarkeit. – noch nicht
Aber es folgt kein Angriff. Es gibt diesen wörtlichen Augenblick in Schwäche, gefolgt von ihrem Zugeständnis. Dann eine kurze Zeit des Einigseins, der Sicherheit und des Glücks, welches sich nicht trüben lässt von den großen Kämpfen um Blicke und die richtige Hinwendung der Körper. – noch nicht
Sie nimmt den Ausgang. Ich bleibe wo ich bin. Wir denken nicht darüber nach, diese stille Übereinkunft zu verlängern, am Leben zu halten, alles ungeschehen zu machen. Wir werden sie nicht mit Hoffnungen, Wünschen und Forderungen belegen. – nicht
Wir zögern nicht. Ich bin unsicher, ob wir uns überhaupt in die Augen blicken als wir uns noch einmal im Treppengang treffen. Sie geht die Stufen hinunter, ich hinauf. Nach dieser bedenkenlosen Überschneidung liegen die Stufen unausgetreten vor uns. – nicht
noch immer
3 Kommentare:
minimal art?
ahh! gecheckt. hab die buchstaben entdeckt. jetzt muss ich mich nur noch inhaltlich damit auseinander setzen.
Verspätete Reaktion bedingt durch nerviges Kranksein:
Die Szene ist kraftvoll beschrieben. Diesmal kann ich den offenkundigen Verborgenheiten vielmehr abgewinnen...Versuch:
Ich fühle beim Lesen eine konsequente Unsicherheit des Protagonisten, hin und her geworfen zwischen Komplizenschaft und Einsamkeit. Der Augenblick, der Blickwechsel gehört ihm allein, bleibt still, und damit scheint er gefangen in seinem eigenen Deutungsraum. Und genau dieses Alleinige wünscht er zu durchbrechen indem er auf sie hoffend die Zugehörigkeit dieses Momentes projiziert. Das kann nur scheitern und das weiß er auch. Deshalb werden seine Vermutungen zu vermutenden Verneinungen. Die Gegenwart wird so stark betont, dass das Vergangene und das Zukünftige keinerlei Auskunft geben können, durch dass sich das Präsens selbst in Frage stellt. Eine Wahrnehmung ohne jeglichen Wahrheitsanspruch.
--- Gefällt sehr!
Kommentar veröffentlichen