Wir sitzen in Roberts Zimmer, Robert neben mir auf seinem Bett. Ben hat gerade das New York Video angestellt, Susi kommt morgen erst. Vorhin habe ich mit Ina telefoniert, die gestern in Dortmund war, bei einem „Freund“ - ich war neugierig. Sie hat mir gesagt, ich solle die beiden von ihr umarmen. Dann sagt sie, dass ich das tun soll, wenn sie noch am Telefon ist. Also mache ich das. Es gibt keine Proteste. Ben hat gekocht und fragt mich ob ich noch hungert hätte. Das ist so und er beginnt wie selbstverständlich mir das Essen zu bereiten. Unglaublich lecker. Nudel mit Minze, Limette, Broccoli und Huhn.
Wir sitzen auf vier Stühlen in einem nobel eingerichteten „Zirkuszelt“ in der Nähe des Millerntores in Hamburg - irgendein Club. Dort sollen gleich Sophia spielen. Vorher standen wir eine dreiviertel Stunde in der Warteschlange. Als sich Ben, Susi und Robert nach vorne an die Bühne stellen um auf mich zu warten werden sie von einem Mädchen angesprochen. Sie fragt ob die drei wirklich da stehen bleiben wollten, da sie in der ersten Reihe sitzend dann nicht sehen würde. Ich komme zu ihnen, verstehe aber nicht worüber gesprochen wird. Die Geigen werden gestimmt und wir überlegen, wo wir nun bleiben sollen. Das nächste Konzert im D-Club beginnt bereits in einer halben Stunde und ich berechne realistisch, dass wir eigentlich jetzt gehen müssen, um dieses überhaupt noch mitzubekommen bzw. die Warteschlange erfolgreich zu durchlaufen. Nun sind wir aber hier und Sophia haben noch nicht begonnen. Und da ist ja noch die Geisel der bereits aufgewandten dreiviertel Stunde warten. Ich sage so was wie „wären wir auch nur vier Jahre jünger, wären wir längst nicht mehr hier unter diesem Wein trinkenden, sitzenden, merkwürdigen Publikum. Susi stimmt vorbehaltlos zu. Wir gehen, aber da will die Band beginnen und wir lauschen neben der Bühne stehend den ersten Tönen. Aber nur solang, bis man uns auch wieder sagt, dass man hier nicht stehen dürfe. Wir gehen und es ist das beste Erlebnis des jungen Abends. Wir berichten kritisch einigen Wartenden vor der Tür von der Lage im Club und ziehen sehr frohen Mutes weiter und kommen mehr als rechtzeitig zum nächsten Konzert.
Wir sitzen zu viert vor der Hasenschaukel auf dem Bürgersteig am Ende eines Abends, der uns einiges mehr als „nur“ ein Editors-Konzert bescherte. Ich sehe wenig neben uns einen recht großen wolfsartigen Hund mit schwarz gerahmten flauschigen Ohren, der sich sichtlich genießend von seinem Frauchen streicheln lässt. Ben und Susi haben ihn auch entdeckt und gehen direkt um selber die Streichel-Offensive zu starten. So bleiben dort umgeben von Schnaps kaufenden, ankommenden und aufbrechenden Menschen der betrunkene Robert und der betrunkene Christian zurück. Danach erklären wir den Ausflug als beendet und ziehen los Richtung U-Bahn Station Reeperbahn.
Wir sitzen am Frühstückstisch und trinken Kaffee.
5 Kommentare:
ich vermisse hamburg schon wieder. danke für den kurzen rückausflug :)
jau!
schön wie ein so sachlich geschriebener text, bilder zurückholt.
(ohne komma)
Danke für die Erinnerungen an Momente unseres Einklangs während das Aussen tobte. Ha, da bringe ich mal wieder den Kitsch in Christians reine Sachlichkeit...
scheinbar gibt es die idee, man würde mit dem prädikat "sachlich" dem text einen gefallen tun. hm, darüber muss ich nachdenken! oder ihn nochmal lesen...
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